In das Lager Bsow

Was mag mit meinen Verwandten im schönen Glatzer Gebirgskessel geschehen sein? Oder mit Mutters Schwester und ihrer Familie in Freudenthal, im ehemaligen Österreichisch-Schlesien? Die Tschechen und Polen werden alle Deutschen vertreiben ... Was mag mit all den Menschen sein, die mir lieb sind, an denen ich hänge? Ob die Eltern in Wien überhaupt leben? Und wo? Und wie? Und mein Bruder? Seine letzte Nachricht vom Jänner 1945 kam vom Baranow-Brückenkopf in Polen. Meine Frau und der Bub waren ins Waldviertel evakuiert worden; dorthin kam wenigstens der Krieg nicht mehr.

Aber wir hören auch, daß in Paris über einen Österreichischen Staatsvertrag verhandelt werden soll. Schon keimt Hoffnung auf. Die Heimat rückt uns nahe, und wir erzählen einander von daheim, Frau und Kind. Neidvoll lauschen die deutschen Kameraden.

Ich beginne auf schmalen Papierstreifen, vom Rand der Zeitung "Prawda" gerissen die Daten der Gefangenschaft zu stenographieren und lerne sie unbeobachtet auswendig; für daheim...

Seit Stunden stehen wir auf dem Abstellgeleise hinter Kiew. Die Streifen Sonnenlichts, die durch die Spalten der zugenagelten Fenster der Güterwaggons fallen, sind schon ziemlich hoch gewandert. Das Licht ist golden, nicht mehr gleißend; auch der Magen zeigt den hohen Nachmittag an. Keine Verpflegung. Vielleicht sind wir bald da, und die Russen sparen die Produkte. Wer auf den Pritschen keinen Platz gefunden hat, döst auf dem Holzboden. Nur die Späher an den Luken sind wach. Vor den aufgepflanzten langen Seitengewehren der Posten, die den Zug entlang patrouillieren, müssen sie sich in acht nehmen.

Am Johannistag wurde das Textillager aufgelöst, es gab zu viele Fluchtversuche. Über Witebsk, Mogilew und Korosten ging die bisherige Fahrt. Wie sollte ich ahnen, daß ich dreieinhalb Jahre später in Korosten verurteilt werden würde?

Manchmal überholen uns Truppentransporte aus Deutschland. Auf den Rungenwagen haben es sich die Soldaten bequem gemacht auf Fauteuils, Bettbänken und anderen Polstermöbeln. „Friiitz! Woina kaputt! Giitler kaputt! Frau iißt?" Oder auch: „Faschist? Nitschewo! Bald nach Hause!" Wir fahren also nach Südosten. In die Ukraine? Wo Milch und Honig fließt? Schwarzerdgebiet, haben wir in der Schule gelernt. Über das der Krieg hinweggefegt ist. Und jetzt warten wir in Kiew. Am Ende des Zugs beginnt ein Rumoren, das sich nähert. Unruhe erfaßt einen Waggon nach dem andern. Der Zug ist umstellt, alle Waffen im Anschlag. Türen werden aufgeschoben. Befehle kann man nur brüllen, wer das nicht weiß, könnte Angst bekommen. Jetzt sind wir dran!

Der Lauf einer Maschinenpistole droht in geblendete Gesichter. Der Gewehrkolben weist die Ecke, in der wir uns zusammenpferchen. Einzeln werden wir aus dem Waggon gezählt. Wer seinen Beutel vergessen hat, ist ihn jetzt los. Jenseits der Geleise Lastwagen, Studebaker - aus amerikanischen Hilfslieferungen. Hinüber und hinauf. Man bekommt eine Schafherdenmentalität: In der Mitte ist´s am sichersten. Die Straße ist etwas besser als die Rollbahn im Kriege. Die frische Luft tut gut. Nach Hütten und Ruinen des Stadtrands Rübenfelder - bis zum Horizont.

Die Sonne geht unter, da fahren wir in den Pferch. Hauptlager Borispol. Wie schnell man verwöhnt wird! Wieder nackte Holzpritschen. Zum Frühstück keine Suppe, sondern schwarzes, heißes Wasser und ein Stück Brot. Viele Kranke und Ausgemergelte. Es heißt, aus diesem Lager gebe es nur zwei Wege: Einer führt ins Bunkerlazarett...

Für uns gibt es einen dritten. Auf Lkw´s fahren wir durch horizontweite Rübenfelder nach Süden. Rechts von uns erhebt sich ein Damm, darauf winzige Gestalten. Ich habe das Gefühl, daß dort unsere Zukunft liegt. Mitten in dieser Welt gleitet ein kleiner Laubwald vorüber. Uralte Eichen, darunter versteckt ein ebenerdiges Häuschen, kaisergelb gestrichen ... Wo kommt das Heimweh plötzlich her?

In einer riesigen Staubwolke biegen die Lastwagen ein. Wieder ein Pferch. Doppelter Stacheldrahtzaun, fünf Meter hoch. Davor und dahinter ein sauber geharkter Streifen, der Fußspuren sofort verrät. Noch einmal ein kleinerer Drahtzaun zu beiden Seiten. Nach Süden vier weiß getünchte Mieten, halb in die Erde versenkt. Das Schilfdach ist bequem zu erreichen. Die Fenster lugen aus holzverschalten Schächten. Durch das Stacheldrahttor, 150 Meter quer über den Platz, im Nordwesten, ein langgestreckter Schuppen , die Banja und die Küche. Im rechten Winkel daran das Krankenrevier. An den Ecken Stelzentürme, Schiene als Alarmglocke. Scheinwerfer gibt es hier keine. Zwei der Türme schauen in die schilfumflochtenen Latrinen hinein, ohne Dach.

Wir sind gezählt. Die Studebaker verschwinden hinter der Staubwolke. Wir sind ausgeliefert."Dawai!" Die Filzung beginnt. Am meisten brüllt der deutsche Lagerkommandant. Was die Russen nicht sehen, sieht er. Ununterbrochen bellt und röhrt seine Stimme. Die Russen schlagen gar nicht; auch das besorgt das Schwein. Das Tor öffnet sich. Einer der wenigen Lagerinsassen, krank und ausgemergelt, die sich versammelt haben, um nach Bekannten auszuschauen, ruft uns halblaut zu: „Wer eintritt, lasse alle Hoffnung fahren!".

Die Miete Nr. 4 heißt im Nu der „Kurländerbunker". Die Alteingesessenen haben uns beim Einmarsch scheel gemustert. Mit ihnen verglichen, sehen wir noch Soldaten ähnlich. Abwarten. Niederdrückend klingt, was der eine oder andere, der sich bettelnd an uns heranmacht, erzählt. Schmidt, der Lagerkommandant, baltendeutscher SS-Mann aus Litauen, soll ein wahrer Teufel sein. Verpflegung miserabel, Arbeit - Autobahnbau und Sandgrube - schwer. „Ihr seid im Arsch der Welt gelandet!" Die Schlafpritschen bestehen aus - Knüppeln! Wer in der Dunkelheit auf die Latrine muß, wird vom Posten angerufen. „Kto pridiot? Stoj! Striljaju!" Wer kommt? Halt! Ich schieße! Schnell rufen wir: „Auf die Latrine!"

Trost, daß Peter Behm und Norbert Küster mitgekommen sind, als das Textillager aufgelöst wurde; und gut, daß ich den Schlafsack aus der Lkw-Plache im guten Lager in Riga nicht weggeworfen habe. Aus dem Schilfdach über mir fällt immer wieder etwas auf Pritsche und Mantel, mit dem ich mich zugedeckt habe. Später entdecke ich, es sind große weiße Maden.

Als das Gebimmel der Schiene am Morgen weckt, muß ich mich, zerschlagen und unausgeschlafen, erst besinnen, wo ich bin. Gewaschen wird in Geschützkartuschen, Kaliber 15, auf Bänken im Freien. Über die Krautsuppe beugen wir uns, damit keine Maden hineinfallen. Wer beim zweiten Bimmeln nicht schnell auf den Beinen ist, den bringen die Posten auf Trab. Sie stürzen in die Erdbunker und prügeln rund um die Pritsche hinaus.

Die Zählung in der Früh klappt wesentlich schneller als am Abend. Beim Tor wird vor dem Ausmarsch wieder gefilzt. Der Sergeant nimmt mir das Frühstücksbrot weg. Schmidt brüllt mich an, ob ich etwa stiften gehen wolle?

Ich hasse das Schwein. Die Posten, die uns von Riga hierher nach Bsow gebracht haben, müssen der hiesigen Wachmannschaft erzählt haben, daß wir in den Straßen gesungen haben; wie sonst kommen die Konvois auf die Idee, Marschordnung und Gesang zu verlangen? Oder steckt da auch Schmidt dahinter? Keines der anderen Kommandos gibt solche Beweise von Zucht und Ordnung. Also marschieren wir singend über den aufgeschütteten Rohdamm ab. Außer Sicht- und Hörweite des Lagers lassen uns die Posten trotten, wie wir wollen. Auch unterhalten dürfen wir uns.

Fünf Kilometer Anmarschweg! Deshalb der lange Arbeitstag! Die Brigaden verlieren sich auf der Baustelle. Reine Erdarbeit. Warum muß mitten in der Ebene ein vier Meter hoher Straßendamm aufgeschüttet werden? Wir Kurländer werden zu 20 Mann abgezählt; wir sollen einen Brigadier wählen. „Du bist Offizier gewesen, du kannst das!" Schon bin ich halbwegs willens, diesem Aufruf zu folgen, da faucht mir einer ins Gesicht. „Du Schwein bist Offizier gewesen? Deine Zeit ist vorbei, du hast nichts mehr zu befehlen! Scher dich weg!" Nein - er hat gesagt: „Schleich di!" Ein Landsmann. Ich hab´s mir gemerkt, und hab´s so gehalten - 3.680 Tage.

Das Lager Bsow wird - im Gegensatz zu NKWD-Lagern (Abkürzung für Innenministerium) von der Roten Armee geführt. Lagerkommandant ist Leutnant Koslow, auf deutsch „Ziegenbock". Rücksicht nimmt er auf uns nicht, ist auch nicht zu erwarten. Alle Zivilrussen, mit denen wir bei der Arbeit zu tun haben, sind als „Kollaborateure" der Deutschen strafweise hier. Sie müssen sich bewähren, und das geht auf den Buckel derer, denen sie während der Besatzungszeit gedient haben, und sei´s nur, um zu überleben. Der Posten döst unter seinem pilzförmigen Sonnendach, dem einzigen Schattenfleck in weitem Umkreis. Die einförmige Schaufelarbeit läßt uns Muße, uns zu unterhalten. Peter, der Kölner, zwar Beamter, aber daheim hat die Familie einen Bauernhof, unterweist uns Linkische, Norbert und mich, wie man kräftesparend und rationell Erde absticht und überwirft.

Am Horizont zeigt sich noch immer nicht der schwarze Punkt, der nach einer Stunde als Feldküche auftaucht. Irgendwo zwischen Kiew und Smolensk sollen wir sein. Nichts anderes als endlose Rüben- und Krautfelder sind zu sehen. Unter einem Meter Humus ist Sand, goldgelber Sand. „Nichts wagt aufzustehen -" sinnt der Cornet bei Rilke. Schätzungsweise noch zehn Karren bis zur Krautsuppe. Peter sorgt auch dafür, daß die Laufplanken über die Holzböcke, bis zu zwei Meter hoch, fest liegen. Die Bauklammern lockern sich immer wieder. Kann ich die Karre nicht im Gleichgewicht halten, nichts wie raus aus den Holmen! Das Hohngelächter war lehrreicher als die blauen Flecken, mit denen der Sturz gottseidank abgegangen ist. Auch die Konvois haben es auf die Offiziere abgesehen. Wenn sie nicht vom Deshurnijoffizier, dem Taghabenden, an der Wache auf uns besonders vergattert wurden, besorgen dies die Wojennokonvois, die Hilfsposten aus unseren eigenen Reihen. Diese verhaßten Brüder, von der Wiedergutmachungsarbeit freigestellt und mit doppelter Verpflegung bedacht, müssen ja zeigen, wie zuverlässig sie sind. Sie sind Schmidt´s Kreaturen und Zuträger der Blauen.

Die Feldküche ist da! Dem Klepper steht der Schweiß an den Flanken. Zuerst hebt der Koch den Thermosbehälter für die Posten herunter. Unterdessen treten wir an. Manchmal wird vorher gezählt. Die Reihenfolge, in der die Brigaden zum Essenempfang antreten, wechselt täglich: Oben ist die Suppe dünn, und der Koch hat Freunde. Deshalb wird auch mit gierigen Augen aufgepaßt, daß er den Kessel öfter umrührt."Na, rühr´schon, du fettes Schwein!" Manche versuchen es mit Schmeicheleien. Letzten Endes ist es egal, es ist ja doch nur Wasser mit Krautblättern und Kartoffelschalen. Deshalb versucht ja jeder, seine Brotportion aus dem Lager zu schwindeln. Die Suppe allein - einmal pinkeln, und weg ist sie. Das Brot aber hält die Flüssigkeit. Mit der Brotrinde wird der Kotelog, der Napf, ausgewischt. Auch wenn es Wasser gäbe, würde keiner seine Büchse auswaschen; vergeudete Kalorien. Der Löffel wird in den Stiefel gesteckt, oder in den Mützenaufschlag. Das habe ich doch schon auf einem Breughelbild gesehen?

Aus die Pause. Auch das haben wir gelernt: Wenn die Sonne drei Finger rechts der westlichen Rollbahn steht, können wir nach den Lkw´s Ausschau halten, die uns ins Lager zurückbringen. Jetzt, wo wir schon 6 Kilometer vom Lager entfernt arbeiten, werden wir früh zur Arbeit gefahren, um die Arbeitszeit nicht zu verkürzen. Aber abends kommen immer weniger Fahrzeuge als am Morgen. Die fehlenden machen Schwarzfahrten. Auch dieser Umstand hat seine Wirkung auf uns: Kaum rollt der erste Camion an, stürmt alles die Bordwand. Wen kümmert, wenn er erst oben steht, daß die zum Fußmarsch Verdammten auch noch das Werkzeug der Fahrenden tragen müssen? Manchmal sorgt ein Posten, der selbst bei den Marschierern bleiben muß dafür, daß Schaufeln und Kreuzhacken aufgeladen werden. Im Spätherbst werden es 11 Kilometer Marschweg sein...

Im Lager gibt es einen idiotischen Taghabenden, bei dem stimmt die Zählung erst beim dritten Mal. Im „Lazarett" dauert die Zählung besonders lang; die Sani behaupten, er mache bei der Gelegenheit unauffällig ein Aufhupferl bei der Feldscherin. Unterdessen treten wir von einem Bein aufs andere.

Die Essensausgabe ist eine Schikane Schmidt´s. Dieser brutale Hund erweist sich als wahrer Teufel. Erst gibt es die Krautsuppe. Wenn alle vier Erdbunker durch sind, wird zum Brotempfang gerufen. Dann zum Empfang der vier Gramm Combishir, Butterschmalz, wenn´s nichts Schlimmeres ist. Anschließend wird der Zucker ausgegeben, 8 Gramm pro Kopf; Offiziere erhalten 40. Noch immer können wir uns nicht waschen. Jetzt wird noch der Machorka ausgegeben. Offiziere erhalten vier Filterpapirossi Marke „Kasbek", ein Gipfel im Kaukasus. Wer weiß, wo die landen, wenn man nicht da ist. Und alles muß erst gewogen, geteilt werden... ehe es dunkel wird, denn Licht gibt es keines. Bei den Abteilen der Lagermannschaft glimmt ab und zu eine Kerosinfunzel. Wir aber kommen an Diesel nicht heran.

Wenn alles verdrückt ist, und die vier Papirossi geraucht sind - denn im Brotbeutel aufheben kann man hier nichts - liegen wir in unseren Lumpen, kaum, daß wir wagen die Schuhe auszuziehen, auf den 46 Zentimetern, auf der Pritsche, erschöpft und abgestumpft. In der Mitte, wo jeder mithören kann, gibt es auch keine Unterhaltung.

Der Sommer 1946 ist heiß. Seit Wochen kein Tropfen Regen. Die Wasserlöcher auf der Baustelle müssen wir immer tiefer graben. Das Waschen im Lager fällt aus. Für die Küche holt ein Panjewagen das Wasser von einem Ziehbrunnen am Rande des Dorfes, das man vom Lager aus kaum sieht. Das Wasser ist sumpfbraun und riecht und schmeckt nach Heringslake, von der Tonne.

Neuerdings gibt es als Abendkost halbvertrocknete Salzfische. Der Durst nachts quält entsetzlich. Schmidt läßt Tag und Nacht beim Küchenbunker einen Vertrauensmann aufstellen, der mit dem Knüppel verhindert, daß sich jemand Wasser holt. Die Nächte von Samstag und Sonntag werden die Arbeitsbrigaden reihum zum Wäschewaschen in der Banja eingeteilt. Wir stehen dann für zwei Stunden um einen großen Bottich mit dampfender Lauge und stoßen eine als Glocke an einem Stil befestigte Granatkartusche in die eingelegte Wäsche. Der Oberkörper glänzt von Schweiß. Eine Kerosinfunzel vermag kaum die Dampfschwaden zu durchdringen.

Glücklich, wer nach den zwei Stunden in besinnungslosen Schlaf fällt. Mir ist das oft nicht gegönnt; mit Norbert, der gekrümmt neben mir in Reih und Glied liegt, starre ich ins Dunkel, lausche dem Schnarchen Glücklicher, während die Gedanken zurückwandern und Bild auf Bild auftaucht. Wir nennen das: Der Film läuft...

Will endlich die Müdigkeit einem übermannen, wird vom „Vertrauensmann" die nächste Brigade geweckt, die abgelöste rückt vom Wäschewaschen ein. Ein ewiges Rumoren im Dunkeln, dazu die Laute aus halb offenen Mündern, der stickige Dunst zusammengepferchter Leiber, tagaus, tagein in Lumpen und nachts dareingehüllt. Gorki`s Nachtasyl.

Am Sonntagmorgen, wir liegen noch auf den Pritschen, wird die Tür aufgerissen und ein Brotdieb in den Bunker gestoßen. Unter dem Kommando Schmidt´s reißen ihm die WK-Leute die Hose herunter und beim Schein einer Funzel, die eine von Schmidt´s Kreaturen hält, wird ihm der nackte, schon mit roten und blauen Striemen bedeckte Arsch von neuem versohlt. Drei Baracken hat der arme Teufel schon hinter sich! Ich kann das halb erstickte Brüllen nicht mehr anhören. Ein WK-Mann hält seinen Kopf, um den eine Jacke geworfen wurde, zwischen den Knien fest. Auf den Pritschen liegen sie bäuchlings und glotzen auf das widerliche Schauspiel herunter ... Ich bedaure den Dieb nicht; aber Strafmaß und -ausführung ekeln mich an. Dabei hat er noch Glück, daß er nicht Spießrutenlaufen muß. Die Meute hätte ihn erschlagen. Den Bunker zu verlassen ist mir nicht möglich, zu dicht umlagert die Masse den kleinen Platz beim Ausgang. Plötzlich johlendes Gebrüll - der Geprügelte hat sich angeschissen. Unflätig schimpfend gibt sich nun auch Schmidt zufrieden.