Placebo | Brian Sylvester
Bücher:
Placebo
Brian Sylvester
Schwarzkopf & Schwarzkopf
, 2007 - 126 Seiten
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In unseren Köpfen haben wir uns immer weiterbewegt (Brian Molko)
Auch wenn ich nicht mehr unbedingt die Zielgruppe dieses Buches bin, interessiere ich mich dennoch für den Werdegang einiger Bands, die ich gerne höre. Die Aufmachung des Buches ist an sich gut, es gibt viele neue Fotos von
Placebo
und auch eine ausführliche Diskographie am Ende des Buches. Der Textgehalt des Buches allerdings kann auf ca. 25 Seiten zusammen gefasst werden und füllt nur deswegen das Buch aus, weil teilweise nur halbe Seiten mit Text und der Rest der Seiten mit Zitaten aus bereits bestehenden Texten oder mit Fotos gefüllt wurden.
Viele Informationen gehen nicht über die Infos von Internetseiten oder Interviews hinaus, so dass ein Fan hier nichts Neues erfahren wird. Auch kann ich mich einigen Äußerungen des Autors überhaupt nicht anschliessen. Das geht schon auf der ersten Seite los, indem er behauptet, weil Brian Molko immer durch den Beruf des Vaters entwurzelt wurde und keine Möglichkeiten hatte, längerfristige Freundschaften zu schliessen, wäre damit "die Saat für seine spätere Rolle als schillernder Außenseiter gesät". Wahrscheinlich vergißt der Autor dabei einfach, dass nicht alle Außenseiter, die im stillen Kämmerlein hocken, den Drive und den Hunger haben, ein berühmter Rockstar zu werden und gleichzeitig mit ihrem Aussehen und der Musik gegen die allgemein gültigen Konventionen protestieren.
Interessant wiederum war, dass Brian Molko und Stefan Olsdal auf der gleichen Schule in Luxemburg waren, sie aber dort keinen Kontakt zueinander hatten, weil Brian sich als bixesuell geoutet hatte und seine künstlerischen Neigungen in Theatergruppe auslebte, während Stefan, obwohl er mit seiner Homosexualität offen umging, eher mit den Sportlern abhing. Erst später, als sich beide zufällig in London trafen, wo Brian mittlerweile Schauspiel studierte und Blues-Songs auf dem Saxophon intonierte, wurde Placebo (bzw. anfangs noch Ashtray Heart) geboren.
Manche Statements aus den frühen Phasen von Placebo, die von Brian stammen (der alle Drogen außer Heroin genommen haben soll), wie z.B. auf Seite 51 und teilweise auf 55 kann ich leider gar nicht teilen, wie z.B. "Heroin macht sehr egoistisch ... und keinen Spaß, und Drogen sollten doch eigentlich Spaß machen..." andere Zitate wiederum sind wirklich schön und offen, wie z.B. "Ich schätze, dass ich Musik machen wollte, die die Leute bewegt und berührt. Musik, die gelitten hat, die selbstbeobachtend und persönlich ist" oder "Wenn man versucht, seinen Traum zu leben und es nicht so klappt, wie man will, kann man wenigstens noch sagen: Ich habe es wenigstens versucht. Es ist ein Risiko. Aber um es richtig zu machen und sein ganzes Herzblut hineinzustecken, muss man die Brücken hinter sich abreißen."
Heute dagegen steht bei Placebo immer mehr die Musik im Vordergrund, als die sexuelle Orientierung der Bandmitglieder oder der Drogenkonsum. Was mir etwas fehlte, waren Infos zu einzelnen Liedern oder Alben. Z.B. was Placebo beim Schreiben der Lieder bewegt hat und was sie mit der Musik aussagen wollten. Einige Hintergrundinfos zu der Entstehung der Lieder oder Alben werden hier zwar dargestellt, aber ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Genauso fehlen mir Hintergrundinfos zu Steve Hewitt, Stefan Olsdal oder Brians Rolle als Vater (er hat einen zweijährigen Sohn, der aber nur kurz erwähnt wird).
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MUST HAVE für jeden Fan :)
Das Buch bringt zwar keinem echten Fan wirklich neue Erkenntnisse aber gibt einen Superüberblick über die gesamte Entwicklung der Band und ist unheimlich unterhaltsam geschrieben.Die vielen superschönen Farbfotos(fast durchweg aus neuerer Zeit)tun ihr übriges.Ein TOP ist auch die VOLLSTÄNDIGE Discographie mit allen Singles/Hidden Tracks etc.Das Buch ist sein Geld definitiv wert und ein tolle Ergänzung in jeder PALCEBO-Sammlung :))
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