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  Terror: Roman | Dan Simmons
 
 
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Terror: Roman
Dan Simmons

Heyne Verlag, 2008 - 992 Seiten

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Allein schon diese Namen! ?HMS Erebus? und ?HMS Terror?! Der Gott der Finsternis und der Schrecken selbst. Vielleicht hätte man die beiden Expeditionsschiffe Ihrer Majestät, diese gepanzerten Dampfmaschinen, mit hoffnungsfroheren Namen versehen sollen. So geriet auch dieses Detail zum bösen Omen einer Unternehmung, die im ewigen Eis ihrem schrecklichen Untergang entgegen sah. Als die Geschichte im Oktober 1847 einsetzt, steht der dritte Winter bevor, das Packeis hat beide Schiffe fest im Griff, der große Franklin war im Sommer unter dubiosen Umständen ums Leben gekommen. Die restliche Mannschaft zittert dem Wahnsinn entgegen. Als wäre es damit nicht genug des Horrors, hat Dan Simmons noch einige Monstrositäten ganz eigener Art auf Lager!

Die berühmt-berüchtigte dritte Franklin-Expedition auf ihrer Suche nach der Nordwestpassage, jenem sagenhaften Seeweg, der den Atlantik mit dem Pazifik durch das nördliche Polarmeer verbinden sollte. Inmitten dieser gnadenlos unwirtlichen Kulisse entfaltet Dan Simmons auf fast 1.000 Seiten ein derart frostiges und klaustrophobisches Kammerspiel, dass selbst der Fürst der Finsternis - Stephen King -, ins Schwärmen geriet. In fein ziselierter Sprache führt Simmons auf eine Bühne der inneren und äußeren Kämpfe. So zwischen Britanniens berühmtem Nationalhelden und Entdecker Sir John Franklin, dem müde gewordenen Kapitän der ?Erebus?, dessen beste Tage hinter ihm liegen und Francis Crozier, dem weitaus fähigeren Kapitän der ?Terror?, den das Schicksal des ewig Zweiten allmählich verbitterte. Nun, nach Sir Franklins Tod, schlägt seine Stunde!

Simmons? biblisch dimensioniertes, in der Zeit hin- und herspringendes Logbuch, lässt sich auch als Dokument überschäumender Entdeckerhybris lesen. Berauscht von der eigenen Technologie, ignoriert man die simplen Überlebenstechniken der ?wilden? Inuit in einer lebensfeindlichen Umwelt, lässt aber allzu gerne den angstvoll geilen, viktorianisch prüden Blick über ?Lady Silence?, eine mitreisende junge Inuit, schweifen. Naturwüchsigkeit versus britische Steifheit. Nicht zuletzt in diesem krassen Missverhältnis findet sich eine der Ursachen der Tragödie, die schließlich in Meuterei, Irrsinn und Kannibalismus ihren Niedergang findet. Auch seinem übernatürlichen Affen gibt Simmons immer wieder Zucker, indem er eine Art zähnefletschenden Yeti auf Opfersuche schickt. In solchen Passagen grüßt E. A. Poe herzlich um die nächste Schneewehe. 128 Seeleute machten sich im Mai 1845 auf den Weg zu ihrem größten Abenteuer. Man hat nie wieder von ihnen gehört. Simmons hat sich ihrer angenommen und eines der größten Rätsel der Arktisforschung mit seiner ganz eigenwilligen Deutung versehen. ?Terror? ist Simmons?Moby Dick. Ein großes Stück Literatur jedenfalls. -? Ravi Unger


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Der Tod ist weiß

"Wenn meine Handschrift schwer zu lesen ist, so liegt es daran, daß ich zittere. Aber es ist nicht nur die Kälte, die mich zittern macht.
Immer wenn ich einen der Männer oder Officiere zu kennen glaube, stelle ich meinen Irrthum fest. Selbst in einer Million Jahren wird es der medicinische Fortschritt nicht vermocht haben, die geheimen Abgründe der menschlichen Seele zu ergründen."
(Aus dem persönlichen Tagebuch von Dr. Harry D.S. Goodsir, 06. Juni 1848, Zitat Seite 693 des Romans TERROR).

England, 19. Mai 1845: Die HMS Erebus und HMS Terror starten die Sir John Franklin Arktisexpedition zur Erzwingung der Nordwestpassage mit einer Besatzung von 134 Mann. Sie kehren nie wieder zurück.
Dan Simmons Roman nimmt sich dem Schicksal der Besatzungsmitglieder dieser ehrgeizigen Expedition an. Im Packeis der arktischen Insel sitzen die modernsten Schiffe ihrer Zeit fest. Im weißen Alptraum gefangen, kämpfen die Männer gegen die feindlichen Bedingungen einer fremden Welt, aber auch gegen die Dämonen in ihrem Innern. Im Oktober 1847 beginnt das erste Kapitel dieser schrecklichen Geschichte, die den Leser mit der spannenden und zu gleich grauenhaften Schilderung eines eindrucksvollen Dramas fast von der ersten Seite an fest in ihrem Bann hält. Und bis zum Ende des seitenstarken Romans hofft man, wider jede Vernunft, dass wenigstens einer der Männer überlebt, deren Gedanken und Erfahrungen man über die Kapitel hinweg mitverfolgt hat und daher seltsam vertraut wurden.

Da ist einmal der Kapitän Crozier, der auf der Terror das Regiment führt und ein ziemliches Alkoholproblem hat. Von Natur aus mit einer melancholischen Gemütsart geschlagen und von der Liebe seines Lebens enttäuscht, ist er die meiste Zeit betrunken. Doch der reichliche, private Vorrat an Whiskey schrumpft immer weiter zusammen. Wie wird es um seinen Zustand bestellt sein, wenn das Suchtmittel nicht mehr zur Verfügung steht? Der Kapitän, der für seinen umsichtigen Verstand bekannt ist und dem Leiter der Expedition, Sir John, gute Ratschläge gegeben hat, auf die aber niemand hören wollte, steht kurz vor einem persönlichen Dilemma. Ein Problem mit dem Alkohol kennt Sir John Franklin nicht, da er als besonders frommer Mann abstinent lebt und selbst auf seinem Schiff Erebus ein strenges Auge auf seine Mannschaft hat. Der stattliche Mann, der bei seinen Männern hohes Ansehen genießt, ist zwar ein Fachmann auf dem Gebiet der Seefahrer, aber von Vorsichtsmaßnahmen oder Rettungsvorkehrungen für den Notfall hält er leider nicht viel. Der Gedanken, dass seine Schiffe oder Seeleute einmal Hilfe oder gar Rettung benötigen könnten, ist für ihn einfach unfassbar und völlig absurd. Nachdem jedoch die Schiffe unbeweglich im Eis feststecken und kein Sonnenlicht den kalten Ort jemals zu erwärmen scheint, werden die Männer unruhig. Überaus abergläubisch fürchten sie auch die Anwesenheit des Eskimomädchens auf der Terror. Lady Silence, wie sie wegen ihrer stummen Zunge genannt wird, wurde von Kapitän Crozier aufs Schiff geholt, nachdem die Männer ihren Vater oder Ehemann tödlich verletzt hatten. Der blondgelockte Leutnant Irving soll die Frau im Auge behalten, was er vielleicht ein wenig zu gründlich tut, denn er verliebt sich in die fremde Schönheit. Irving lagen in seiner Heimat die Frauenherzen zu Füßen und eine junge Lady hatte ihn schon fast in den Hafen der Ehe geführt. Doch der junge Mann möchte sich zunächst noch die Hörner abstoßen und sein Junggesellenleben genießen. Das Abenteuer einer großen Seefahrt kommt ihm da wie ein Rettungsanker vor. Doch die eiskalten Bedingungen im arktischen Gebiet lassen ihn ziemlich abkühlen. Viel-leicht kann ihm Lady Silence zeigen, wie man in dieser Eiswüste überlebt und vor allem an das lebenswichtige Frischfleisch kommt? Es scheint allerdings noch ein Wesen zu geben, welches sehr gierig nach Fleisch ist und zwar nach menschlichem. Ein riesengroßes, weißes Untier versetzt die Schiffsmannschaften in Angst und Schrecken. Eines Nachts macht auch der mutige Eislotse Thomas Blanky Bekanntschaft mit dem furchtbaren Wesen, doch es gelingt ihm zu fliehen und verletzt sein Leben zu retten. Sir John hat kurze Zeit darauf weniger Glück. Beim Versuch, dem Untier durch eine Falle zu schnappen, muss der Leiter der Expedition sein Leben lassen. Der Commander James Fitzjames nimmt seinen Platz ein und wird mit einer ganz anderen Gefahr konfrontiert. Die Firma, welche die Schiffe mit Lebensmitteln und Vorräten versorgte, war sträflich nachlässig. Die Hälfte der Konserven ist nicht richtig verschweißt und die konservierten Lebensmittel sind zum großen Teil nicht lange genug gekocht worden. Der Arzt Harry D.S. Goodsir macht sich um die Gesundheit aller Beteiligten große Sorgen. Da nach der jahrelangen Fahrt auch die Wirkung des mitgeführten Zitronensaftes nachlässt, bedroht der tödliche Skorbut die Expeditionsteilnehmer. Während sich die Zustände auf den Schiffen immer mehr verschlechtern, schwindet die Zuversicht, dass die Terror und die Erebus weiterfahren können. Als die angeschlagene Mannschaft zögerlich beschließt, den Landweg einzuschlagen und ums Überleben zu kämpfen, stehen die Chancen nicht sehr gut. Zudem sinkt die Moral der Männer und einige lassen ihre schlimmste Seite immer mehr zum Vorschein kommen. Hat der Terror sie bereits fest in seinen Krallen?

Am Anfang können die zeitlich etwas versetzten Berichte den Leser etwas verwirren. Doch schließlich findet er sich unter den Männern und den Schiffen genauso gut zurecht, wie ein echter Teilnehmer der Expedition. Die Bedingungen, unter denen die Beteiligten leben, sind zum Teil fast unvorstellbar, doch sie werden mit einer überzeugenden Eindringlichkeit geschildert. Die realitätsnahen Schilderungen bekommen durch die stets latente Gefahr einer fast überirdischen Bestie einen zusätzlichen Horrorfaktor. Ob dies wirklich nötig gewesen wäre, ist natürlich Ansichtssache. Natürlich mag es der Einführung in die Sagen- und Gedankenwelt der Inuit dienlich gewesen sein, dieses Wesen auftreten zu lassen. Am Ende gelingt es Simmons auf jeden Fall einen Bezug der historischen Gegebenheiten zur Neuzeit und sogar Zukunft herzustellen, in dem er anmerkt, dass die unbarmherzige Ein-welt nur ein Schatten der düsteren Probleme ist, welche die Menschen erwarten, wenn das Eis auf einmal zu sehr schmilzt und nicht nur die Einwohner dieser arktischen Welt bedroht und für immer vertreibt.

Der Roman ist sehr anschaulich und spannend geschrieben und ist auch für den anspruchsvollen Leser mit vielen philosophischen Betrachtungen ansprechend. Thematisch gesehen, ist es aber eine eher unerfreuliche Lektüre und es ist natürlich eine berechtigte Frage, aus welchen Gründen man mit so einem Alptraum aus Schnee und Eis beschäftigen sollte. Wer sich für die Abgründe der menschlichen Seele, die sich in Ausnahmesituationen auftun, interessiert und auch vor morbiden Szenen nicht zurück schreckt, der wird hier sicherlich bestens bedient.



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Feinster Fantasy-Survival-Adventure-Horror

Dieses Buch ist ein klassisches Survival Abenteur (die historische Franklin Expedition) in das ewige Eis der Arktis, gespickt mit Horror- und Mystery-Fantasy. Das Buch ist weitaus "realistischer" als andere DAn Simmons Romane, wie z.B. die Hyperion-Gesänge oder Ilium, ohne all die abgefahrenen Ideen und Nebenhandlungen. Die Geschichte und Fantasy Elemente sind trotzdem sehr einfallsreich, außerdem ist der Überlebenskampf der Schiffsmannschaft in der Arktis nervenzerfeztend spannend und von der ersten bis zur letzten Seite überaus packend.

Fazit: Meiner Meinung nach das Beste Buch von Dan Simmons, noch vor Ilium + Hyperion. Eins der besten Bücher überhaupt...


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Ich habe was anderes erwartet

Ich kannte die Geschichte der Schiffe Terror und Erebus aus "Die Entdeckung der Langsamkeit" und aus Dokumentationen und habe erwartet in diesem Buch mehr über die Männer zu lesen, die im Eis verschwunden sind und vor allem über ihren sich immer weiter verschlechternden Geisteszustand.
Die ersten paar Seiten bin ich auch nicht enttäuscht worden: Beklemmende Athmosphäre, Angst, Kälte, Langeweile und körperliche Leiden, die Männer und Material zermürben. So hätte es weitergehen können und ich wäre zufrieden gewesen. Aber recht früh führt der Autor ein Monster ein, das nach und nach einige der Männer verschleppt und als Imbiss verspeist. Sobald klar war, dass dieses Monster nicht dem vernebelten Geist der Männer entspringt hat das Buch viel an seinem Reiz verloren, denn mit dem Monster wird das ganze Buch zur bloßen Fantasy und damit verliert auch der Alptraum, in dem die Männer festsitzen viel an seiner Wirkung. Und zum Schluss driftet das Buch vollends in ein Eskimo-Märchen ab.
Deswegen ist das Buch noch lange nicht schlecht, es ließt sich trotzdem gut weg und man wird unterhalten, aber ich hatte mir einfach was anderes davon erwartet.


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Eisig gut...

Die ersten Seiten empfand ich noch etwas träge und nicht gerade motivierend um in die nächsten "paar" hundert vorzudringen...

Doch davon sollte man sich auf gar keinen Fall beirren lassen!

Denn sobald man seinen Leserhythmus gefunden hat - was dann rasch passiert - ist man nicht mehr in seiner gewohnten Lesewelt, sondern mitten in dieser Horror-Expedition gefangen- im wahrsten Sinne des Wortes...
Man muss einfach weiterlesen, um zu erfahren wie dieser Albtraum um die vom (u. a.) Pech gebeutelte Mannschaft sein Ende findet...

Das`s Simmons trotzdem schafft in dem Leser die absurde Hoffnung auf eine vermeintliche Rettung der Truppen zu wecken, finde ich ziemlich erstaunlich.

Bis auf Anfang & Ende (leicht abgehoben) ein geniales, lebendig geschriebenes Buch und absolut lesenswert!
Außerdem bekommt man `ne andere Sicht auf Eis, Schnee und Kälte...





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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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