Die Katze auf dem heißen Blechdach - SZ-Cinemathek | Dame Elizabeth Taylor, Paul Newman
DVD Filme:
Die Katze auf dem heißen Blechdach - SZ-Cinemathek
Dame Elizabeth Taylor
,
Paul Newman
Süddeutsche Zeitung GmbH, 2005
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Über den Umgang mit Lebenslügen
Dieser grandiose Film entstand nach dem gleichnamigen Schauspiel von Tennessee Williams " Die
Katze
auf dem
heißen
Blechdach
". Regisseur ist Richard Brooks. Das Drehbuch schrieben Richard Brooks und James Poe.
Gezeigt wird die zersetzende Geschichte einer reichen Familie aus den Südstaaten.
Big Daddy hat in seinem Leben ein Vermögen verdient. Er ist ein Selfmademan, dessen Vater Landstreicher war und ihm außer einem leeren Koffer kein materielles Gut vermachte. Gleichwohl schenkte er ihm während seiner Kindheit viel Liebe, die ihn für die späteren Lebenskämpfe stark und durchsetzungsfähig werden ließ, weil er durch das bedingungslose Angenommensein gelernt hatte an sich glauben.
Seine beiden Söhne haben diese Liebe von ihm nicht erhalten, denn Big Daddy zeigte seine Zuneigung immer nur materiell, indem er große Geschenke machte, aber sich nicht wirklich um seine Kinder kümmerte. Er nahm sich dafür keine Zeit. Beide Söhne werden vom Vater nicht gesehen und entwickeln kranke Persönlichkeitsstrukturen.
Der älteste Sohn , ein Rechtanwalt, unterwirft sich seiner geldgierigen Ehefrau , mit der er fünf ungezogene schreiende Ungeheuer gezeugt hat, die gemeinsam mit ihrer Mutter alles und jeden zu dominieren suchen.
Brigg, sein jüngerer Sohn ( Paul Newman) ein sehr nachdenklicher Sportjournalist, ist Alkoholiker geworden, nachdem sein Freund Skipper sich umbrachte und er sich die Schuld für dessen Tod gab. Ihn ekelt die Verlogenheit dieser Welt an , hauptsächlich die Verlogenheit seiner Familie und er lehnt Maggie, seine Frau( Elisabeth Taylor) seit dem Tod von Skipper völlig ab, weil er ihr nicht verzeihen kann, dass sie die Freundschaft missbilligte. Er nimmt nicht zur Kenntnis , dass seine Frau ihn innig liebt, sondern unterstellt ihr materielle Absichten. Brigg hasst sich wegen seiner Schwächen und möchte sich durch den Alkohol zerstören. Maggie versucht verzweifelt ihren Mann zu retten.
Der Film beginnt zeitlich einen Tag vor Big Daddys 65. Geburtstag. Die Familie, die sich spinnefeind ist, hat sich zum Feiern zusammengefunden. Die Ehefrau des ältesten Sohnes denkt aber nur ans Erben und will das gesamte Vermögen für sich und ihre Familie. Maggie hingegen möchte die Erbanteile ihres Mannes sichern. Ständig zieht der ältere Bruder und dessen garstige Frau über Brigg und Maggie her, um sie so aus dem Feld zu schlagen.
Maggies Kinderlosigkeit und Briggs Alkoholismus sind das Dauerthema.
Maggie weiß nicht, wie sie nach dem Ableben Big Daddys mit ihrem trunksüchtigen Mann materiell weiterleben kann. Sie appelliert an Briggs Vernunft, doch diesem ist alles gleichgültig.
Das Klima im Hause Big Daddys ist mehr als nur unfreundlich. Dieser kommt an seinem Geburttag gerade von einer ärztlichen Untersuchung zurück und erfährt durch Brigg , dass er sterben wird. Alle anderen Familienmitglieder versuchen den kranken Mann anzulügen. Big Daddy begreift im Gespräch mit Brigg das eigentliche Problem in der Familie und der jüngere Sohn erkennt aufgrund permanenten Nachhakens seines Vaters die ungebrochene Liebe seiner Frau aber auch die Untiefen in seiner Beziehung zu Skipper. Er rührt daraufhin keinen Alkohol mehr an und wendet sich erneut Maggie zu.
Die geschliffenen Dialoge in diesem Film, in dem in erster Linie die Abgründe von Menschen thematisiert werden, sind voller Tiefgang und von hoher Intellektualität.
Elisabeth Taylor spielt ihren Part überzeugend .Durch ihre Schönheit und Intelligenz ist sie geradezu geschaffen für die Rolle der Maggie. Nie habe ich einen solch traurigen Paul Newman gesehen, wie in diesem Film. Er steht Richard Burton als Partner von Elisabeth Taylor in nichts nach. Auch er ist dieser großartigen Schauspielerin in jeder Beziehung ebenbürtig.
Die Ton - und Bildqualität sind bestens.
Empfehlenswert!
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"das Leben ist kannibalisch" ... eine cineastische Synthese aus Kunst und Kunstfertigkeit
"Der Vogel, den ich im Netz dieses Stückes fangen möchte, ist nicht die Lösung eines psychologischen Problems eines Einzelnen. Ich möchte den Wahrheitsgehalt von Erlebnissen innerhalb einer Gruppe von Menschen darstellen, jenes flackernde, umwölkte, schwer zu fassende - aber fieberhaft mit Spannung geladene - Zusammenspiel lebendiger Wesen in der Gewitterwolke einer gemeinsamen Krise." (Tennessee Williams)
Psychologischer Realismus ... Eine Geburtstagsfeier zum 65ten wird zur Stunde der Wahrheit
In der exotischen Südstaaten-Atmosphäre einer schwülen und gewittrigen Nacht mit ihrer einschläfernden Hitze stehen Reichtum, Größe und Verlogenheit im Mittelpunkt einer genial gefilmten und von nur 7 Schauspielern präsentierten Entzauberung von zerrissenen, persönlichen Beziehungen.
Harvey, ein autoritärer, todkranker und bald zu beerbender Familienpatriach, ein scheinbar gleichgültiger, gefühlsloser und dem Alkohol verfallener Birk voller Selbstmitleid mit seiner, zwischen allen Fronten stehenden, lauten, reizbaren, nervösen und sinnlichen Maggie, ein schwächlicher und opportunistischer Gooper mit seiner herrschsüchtigen, impertinenten und habgierigen Mae, eine hilflos steuernde und gesteuerte Big Mama sowie der Hausdoktor Baugh sind die schillernden Figuren dieser Abhandlung über Sarkasmus, Begierde, Hass und Gleichgültigkeit einer Dekadenz von überlieferten, amerikanischen Idealen und die Veräußerlichung gesellschaftlicher Werte.
fürwahr ein Meisterwerk des Melodrams ... fantastische schauspielerische Leistungen in einer glänzenden, eindringlichen Verfilmung eines brillanten Theaterstücks von neurotischem Charme über den Sieg der Moral.
Anm.:
Bemerkenswert ist die Leistung Elisabeth Taylors. Aufgrund eines Flugzeugabsturzes verlor sie während der Dreharbeiten ihren dritten Ehemann Mike Todd.
Die im Theaterstück gezeigte Homosexualität Bricks wird in diesem, als Südstaatendrama ausgelegten Film in die angeblich sexuelle Beziehung Maggies zu Skipper umgewandelt.
Der Film erhielt 1958 sechs Oscarnominierungen: Bester Film, Regie, Hauptdarsteller Paul Newman, Hauptdarstellerin Elizabeth Taylor, Adaptiertes Drehbuch und Kamer
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In the heat of the south
"Aber ich hab ihn nun mal nicht, diesen Charme der Besiegten, ich hab den Kampf aufgenommen, und ich will gewinnen! ... - Wie sieht der Sieg einer
Katze
auf dem
heißen
Blechdach
aus? - ... Dass sie es durchsteht, nehme ich an, solange sie nur kann." (Maggie in "Die Katze auf dem heißen Blechdach")
Die Tennessee-Williams-Adaption von 1958 gehört zu den Klassikern des amerikanischen Kinos. Der Kampf der leidenschaftlichen Maggie um die Liebe ihres Mannes Brick, der seine Versagensängste im Alkohol ertränkt, ist eine Klasse für sich, zumal die Chemie zwischen Paul Newmann und Liz Taylor stimmt. Obwohl im gesamten Film keine richtige Liebesszene vorkommt (abgesehen von der Umarmung zum Schluss), knistert es vor Erotik. Williams Stück wurde zwar entscheidend entschärft, die Dialoge lassen aber an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Zum Beipiel Maggies Analyse: "Wir leben nicht zusammen, wir bewohnen nur den selben Käfig." Oder etwas wenn Maggies nur scheinbar naive Schwiegermutter Big Mama auf deren Ehebett zeigt und sagt: "Wenn eine Ehe auf Grund läuft, liegt der Grund hier- genau hier." Ja, es geht natürlich um Sex. In der Fassung von 1955 geht es weniger um Big Daddy, sondern um Bricks Homosexualität und seine Depressionen aufgrund des Todes seines Freundes (und vermutlich Liebhabers) Skipper. Schon in der Broadway-Fassung von Elia Kazan erhielt die Rolle des Big Daddy ein größeres Gewicht, bei Bricks vollzieht sich eine stärkere Veränderung seiner Gefühle und Maggie wird deutlich sympatischer gezeichnet.
In der Verfilmung von Richard Brooks sind diese Veränderungen fortgeführt worden, so dass die (latente) Homosexualität Bricks nur angedeutet wird, sein Alkoholmissbrauch primär auf das gestörte Verhältnis zu seinem Vater zurückgeführt wird (Zitat Brick: "Alles, was ich wollte, war ein Vater. Keinen Boss. Ich wollte, dass du mich liebst."). Maggie schließlich wird Bricks entscheidende Stütze, sich der Wahrheit zu stellen. Die Versöhnung mit seinem Vater ebnet Brick auch den Weg zurück in Maggies Bett.
Es ist zwar dramaturgisch nicht neu, ein Gewitter zu zeigen, wenn sich große Gefühle den Weg bahnen, aber dieser Film zeigt die wahre Könnerschaft Brooks. Die Aussprachen im strömenden Regen gehören zu den emotionalen Höhepunkten des Films. Einige "Gemeinheiten" Williams bleiben aber auch in der entschärften Version erhalten. Coopers Frau Mae mit ihren "halslosen Monstern" ist die Zielscheibe des Spotts des intellektuellen Homosexuellen gegenüber dem Ergebnis heterosexueller Vereinigung. Während alle übrigen Personen eine Katharsis durchleben, bleibt Mae genauso gehässig und unbelehrbar wie zu Beginn des Stücks.
Anmerkung zu den Dreharbeiten: Während des Drehs verstarb Liz Taylors damaliger Ehemann, der Produzent Mike Todd. Die Dreharbeiten standen kurz vor dem Abbruch, als Liz Taylor nach einer kurzen Pause sich entschloss weiter zu drehen. Sie verstand den Film als "Therapie", um nicht den Verstand zu verlieren. Dabei ist ihr eine der besten Darstellungen ihrer Karriere gelungen.
Es ist natürlich der Anspruch der Kultur-Redaktion der "Süddeutschen Zeitung", die besten Filme zu veröffentlichen, warum sie allerdings dieses ungewöhnliche Format für die DVD-Hülle gewählt hat, erschließt sich mir nicht ganz. Anyway: Einen außergewöhnlichen Film kann nichts verschandeln.
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"Ich bin Maggie, die Katze!" - Filmklassiker mit grandioser Besetzung
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist DIE
KATZE
AUF DEM HEISSEN
BLECHDACH
aus dem Jahr 1958. Die Filmversion von Tennessee Williams' berühmtem Drama geht zwar sehr großzügig mit der Vorlage um, doch schmälert dies in keiner Weise die Wirkung dieses grandiosen Schauspielerfilms, bei dem sich alle Beteiligten auf der Höhe ihrer Kunst befanden.
Die Geschichte sollte hinreichend bekannt sein: die Geburtstagsparty des Plantagenbesitzers Big Daddy wird zu einer grausamen Abrechnung der Familienmitglieder mit ihren jeweiligen Lebenslügen.
Regisseur Richard Brooks fängt die Atmosphäre des
heißen
, stickigen Sommers und der psychologisch aufgewühlten Charaktere genial ein. Wenn das Unwetter schließlich über der Plantage hereinbricht, brechen auch im Inneren die aufgestauten Emotionen auf und entladen sich in heftigen, direkten Konfrontationen. Ob dies ein reinigendes Gewitter war, wird sich erst nach Film-Ende zeigen. Die zeitlose Popularität von Williams' Drama erklärt sich durch seine Allgemeingültigkeit. Eine Blanche Dubois (aus ENDSTATION SEHNSUCHT) hat nicht unbedingt jeder in seinem Familienkreis, aber wer kennt nicht mindestens einen Gooper, eine Mae, eine Big Mama?
Die Themen der KATZE sind Raffgier, Gefühlskälte und Egoismus, und es ist nach all den Jahren immer noch erfrischend zu sehen, dass in einem Hollywood-Film die Familie als Brutstätte für Neid, Missgunst und Hass geschildert wird, in der echtes Liebesgefühl (wie das von Big Mama zu Big Daddy) kaum Chancen auf Erfüllung hat.
Nicht zuletzt ist es aber die grandiose Leistung der Darsteller, welche DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH so außergewöhnlich macht. Elizabeth Taylor spielt so gewaltig, ihre Körpersprache so lasziv und suggestiv, dass sie fast den gesamten Film vereinnahmt. Ihre Maggie ist eine tickende Zeitbombe, die sarkastischen Spitzen gegen die Verwandtschaft und die "halslosen Ungeheuer" der Schwägerin lediglich Ausweichmanöver vor der Explosion. Paul Newman stellt sich der Schwierigkeit, dass seine Motivationen im Film von der Vorlage stark abweichen und nie schlüssig erklärt werden (im Stück kann er nicht zu seiner Homosexualität stehen, im Film wird daraus ein Vater/Sohn-Konflikt), er meistert dies aber hervorragend. Als hassliebendes Pärchen versprühen Taylor und Newman so viel (unterdrückten) Sex, dass die Leinwand bzw. der Bildschirm knistert. Die Nebendarsteller agieren nich minder brillant, insbesondere Judith Anderson wird viel zu wenig gewürdigt für ihre Darstellung einer aufopferungsvollen Ehefrau und Mutter, die zu schlicht gestrickt ist um alles zu verstehen, aber mutig genug, ihre Liebe offen auszusprechen.
DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH kann man praktisch immer wieder sehen. Trotz seiner deprimierenden Themen ist dies ein Film, der den Zuschauer befriedigt und mit positivem Gefühl entlässt. Ein Klassiker, der vielfach kopiert, aber nie erreicht wurde.
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