Der mit dem Wolf tanzt - Langfassung (2 DVDs) | Mary McDonnell, Graham Greene
DVD Filme:
Der mit dem Wolf tanzt - Langfassung (2 DVDs)
Mary McDonnell
,
Graham Greene
Kinowelt GmbH, 2007
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Kauftipp
mit dem
Wolf
tanzt
, Der DV
.. Geschichten die das Leben schreibt...
Ein schöner Film wenn man die Mischung aus Geschichte modern aufbereitet mag. Die Brutalität der Geschichte und Menschheit, Freundschaft und Verzweiflung gegenüber Dingen welche man nicht ändern kann. Gewürzt mit Situationshumor.
Ganz bestimmt kein "Kevin's Gate"!
Als Kevin Costner Ende der 80er Jahre bei den großen Hollywood-Studios nach Interessenten an seinem Filmprojekt "Dances with Wolves" (1990) suchte, fand er trotz seiner Popularität als Schauspieler niemanden, der willens gewesen wäre, einen solchen Mammutwestern zu produzieren. Zu finster lag der Schatten des "Heaven's Gate"-Debakels noch über dem Western, als daß man in Hollywood Bereitschaft gezeigt hätte, eine solch große Investition zu wagen. Schließlich beschloß Costner, den Film zum größten Teil aus eigener Tasche zu finanzieren, und als er schließlich während der Dreharbeiten zu seinem Regieerstling sein Budget überschritt, war man in der Filmcrew schnell mit dem zwar ziemlich geistreichen, aber dennoch wenig schmeichelhaften Spitznamen "Kevin's Gate" bei der Hand.
Glücklicherweise wurde Costners Wagemut belohnt, und so ist "Dances with Wolves" nicht nur der Western, der am meisten Geld einspielte, sondern er wurde auch mit 7 Oscars - davon einem für Dean Semlers Kamera und einem für John Barrys fabelhaften Score - gewürdigt. Costner erzählt in seinem Westernepos die Geschichte des desillusionierten Nordstaatenoffiziers John Dunbar (Costner), der nach einer aus Todessehnsucht geborenen Heldentat sich selbst einen Posten aussuchen darf und daraufhin ein entlegenes Grenzfort wählt, weil er - wie er selbst sagt - den Wilden Westen kennenlernen möchte, bevor es ihn nicht mehr gibt. Als Dunbar in Fort Sedgwick ankommt, findet er es verlassen vor, doch hält er die Stellung. Langsam freundet er sich mit den in der Nachbarschaft lebenden Lakota an und gewinnt auch einen alten
Wolf
, Two Socks, zum Freund. Mehr und mehr erliegt er der Faszination der Sioux-Kultur, heiratet eine Weiße, die als Kind vom Stamm aufgenommen wurde und liefert den Lakota sogar Gewehre, mit denen sie sich gegen ihre Feinde, die Pawnee, verteidigen können. Als schließlich die Armee in Fort Sedgwick eintrifft und Dunbar in indianischer Kleidung vorfindet, soll er als Verräter gehängt werden.
"Dances with Wolves" ist für mich einer der besten Western aller Zeiten, denn er stimmt eine zu Herzen gehende Elegie auf das an, was wir infolge eines zu unkritischen Fortschrittsglaubens verloren haben, und er errichtet der indianischen Kultur ein unvergeßliches Denkmal, ohne sich allzu sehr in Schwarzweißmalerei zu ergehen. Zwar könnte man einräumen, Costner drehe das gängige Westernbild von den guten Weißen und den bösen Indianern einfach um, aber bei näherer Betrachtung ist diese Einschätzung meines Erachtens nicht aufrechtzuerhalten. Die Soldaten der Union werden - das ist wahr - in der Mehrzahl als boshafte und brutale Unmenschen gezeichnet, die die Natur zerstören, die in ihr lebenden Tiere ohne Not einfach zur Unterhaltung abknallen und auch mit den Indianern nicht zimperlich umgehen, doch gibt es auch unter ihnen anständige Menschen. Desgleichen finden sich auch in der indianischen Kultur Züge, die Dunbar befremdlich erscheinen und mit denen er sich nicht anfreunden kann - etwa, wenn die Lakota eine Gruppe Büffeljäger töten und die Körper ihrer Opfer in einer Siegeszeremonie in Stücke schneiden. Costner gelingt es, die Kultur der Lakota in vielen Facetten zu zeigen, und er nimmt sich Zeit, die Bilder - und die Icherzählerstimme Dunbars - sprechen zu lassen. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die berührt und nachdenklich macht.
Sicher greift Costner auch zu einigen Kunstgriffen, um das Dilemma zwischen den weißen Männern, die als Eroberer mit ihren Familien kommen und das Land besiedeln, und den Indianern, denen das Land weggenommen wird, für uns erträglich aufzulösen. So fällt auf, daß es in diesem Film vornehmlich die Pawnee sind - ein Stamm, der bei uns schon aufgrund seiner Haartracht negative Assoziationen weckt -, die mit Gewalt gegen friedliche Siedler vorgehen und Familien massakrieren, während die Lakota, mit denen die Pawnee auch noch verfeindet sind, als Opfer der Armee dargestellt werden. Hier ist Costner ein wenig unehrlich, denn auch die Lakota mußten die Siedlerfamilien als Feinde wahrnehmen, da diese sich mit sanfter Gewalt - die harte Gewalt wurde der Armee überlassen - ausbreiteten und die Lebensgrundlagen der Ureinwohner zerstörten. Aber Lakota, die es den Pawnee gleichtaten und weiße Familien mordeten - das hätte den Film sicher zerstört. Insofern gibt es doch ein Quentchen von Schwarzweißzeichnung - ähnlich wie in den Romanen Karl Mays, in denen die Apachen stets die Guten, die Sioux und die Kiowa hingegen die Bösen waren. Auf diese Weise ist es einfacher, den Mythos vom edlen Wilden hochleben zu lassen, da Konflikte zwischen Ureinwohnern und Weißen stets auf negativ gezeichnete Stämme projiziert werden können.
Seeßlen geht noch ein wenig unbarmherziger mit Costners Meisterwerk um, reiht er das "Going Native"-Motiv von Dunbars Wandlung doch in die mentalen Strategien westlicher Selbstverwirklichungsromantik ein. Er mag mit vielem recht haben, zumal besonders die Anfangsszene, in der Dunbar mit ausgebreiteten Armen auf eine Konföderiertenstellung zureitet, mit seiner Anspielung auf den gekreuzigten Jesus doch wie quasi-religiöser Kitsch anmutet. Sie kann aber auch - ebenfalls in Anlehnung an Jesus - als eine Art Wiedergeburt gelesen werden, denn für Dunbar beginnt in der Tat mit der Begegnung mit den Lakota ein neues, bewußteres Leben. Außerdem weist Costner ja auf viele Schattenseiten der westlichen Kultur hin, die wirklich bestehen, wie etwa auf den Umstand, daß unsere Kultur der Natur nicht den Respekt entgegenbringt, den sie verdient - zum ersten Mal taucht dieser Aspekt auf, als der grobe Bauer Timmons eine leere Konservendose achtlos in die Prärie wirft und die Kamera dieser Dose folgt, bis sie schließlich unter den Hufen von Dunbars Pferd landet.
Trotz der obengenannten Kritikpunkte halte ich "Dances with Wolves" für einen großartigen Film, der die Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit eines guten Westerns atmet. Unvergeßlich bleibt dabei der von John Barry komponierte Soundtrack, in dem auf wunderbare Weise das Echo einer verlorenen Welt nachklingt. Costners Elegie wird bildlich von der Kameraführung Semlers - der auch in Appaloosa (2008) Großes schuf - unterstützt, gelingt es Semler doch, das weite Land in seiner Schönheit - aber auch Bedrohlichkeit* - einzufangen, ohne daß die in ihm lebenden Menschen zu bloßen Statisten herabgewürdigt werden.
SPOILER
Das Ende des Filmes straft dann nochmals alle Kitschvorwürfe Lügen, denn uns wird klar, daß es für die Kultur der Lakota keine Zukunft mehr gibt, wenn die Armee, auf der Suche nach Dunbar, das Winterquartier der Indianer einkesselt und wir mit der Gewißheit aus dem Film entlassen werden, daß fast alle der uns liebgewordenen Figuren im folgenden Gemetzel den Tod finden werden.
SPOILERENDE
Alles in allem ist "Dances with Wolves", besonders in seiner Langversion, ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann.
* Charakteristisch ist hier die Szene, in der Dunbar sich in einem Kornfeld befindet, während Timmons mit seinem Wagen langsam außer Sichtweite gerät. Dunbars Hände streichen über das Korn, doch plötzlich manifestiert sich, durch eine schnelle Kamerafahrt auf Dunbars Rücken unterstützt, ein unbestimmtes Gefühl der Bedrohung, das Dunbar dazu treibt, sich auf sein Pferd zu schwingen und Timmons zu folgen. Ein erster überwältigender Eindruck von der Macht der Wildnis.
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DER Western schlechthin
Der mit dem
Wolf
tanzt
erzält die Geschichte eines im Bürgerkrieg ausgezeichneten US- Offiziers, der in den Westen geht, um ihn kennenzulernen, bevor es den Westen nicht mehr gibt. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten entsteht eine Freundschaft zu den Indianern, in deren Leben man einen detailreichen und faszinierenden Einblick erhält. Der Film erzählt vom Leben der Prärieindianer vor den großen Indianerkriegen und bleibt bis zum Schluss spannend, eben gerade deshalb,weil er auf die alten Klischees verzichtet. Großer Bilder, großes Kino!
Ein Meisterwerk!
Man sollte meinen, dass ein Film, der fast 4 Stunden lang ist, irgendwann langweilig würde. Das Gegenteil ist der Fall. Ich möchte nicht eine Sekunde dieses Epos missen. Bildgewaltig und mit viel Liebe zum Detail erzählt, ist "Der mit dem
Wolf
tanzt
" ganz sicher einer der besten Filme aller Zeiten! Für mich ist er eher zu schnell vorbei. Doppelt so lange wäre auch nicht verkehrt gewesen! :-)
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